Mai 5, 2021

Erkenntnisse der Wissenschaft zum Alkohol Kater

Bei all den Mythen, die rund um den Kater und die "Mittelchen" herrschen, die ihn beseitigen sollen, ist es Zeit, sich mal an die Wissenschaft zu wenden.

Was haben also kluge Köpfe in weißen Kitteln über den Alkoholkater und seine Auswirkungen und Folgen herausgefunden?

Welche Behandlungsmethoden halten einer wissenschaftlichen Prüfung stand und welche sind frei erfunden oder werden teuer als "Gag" verkauft?

Nach dem Lesen dieses Beitrages kennst Du die Antworten (und gehst als echter "Kater-Experte" durch :-)).

Das sagt die Wissenschaft zum Alkoholkater

Leute, die gerne einen über den Durst trinken, machen häufig die unangenehme Erfahrung eines Katers.

Obwohl der Kater eine recht verbreitete Erscheinung ist, liegen nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse zu dem Phänomen vor. Dennoch wurden bereits mehrere mögliche Ursachen für den Kater-Zustand untersucht.

Forscher konnten nachweisen, dass Alkohol die Kater-Symptome aufgrund seiner Auswirkungen auf die Harnbildung, den Magen-Darm-Trakt, den Blutzuckerspiegel, das Schlafverhalten und den Biorhythmus fördern kann.

Auch haben sie festgestellt, dass auch der Alkoholentzug, der Alkoholstoffwechsel und anderen Faktoren ( wie zum Beispiel nicht-alkoholische Verbindungen in Getränken, Drogenkonsum, bestimmte Charaktereigenschaften und Alkoholismus in der Familie) zu einem Kater beitragen können.

Aber nur wenige der gängigen Kater-Behandlungsmethoden wurden bislang einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen.

„Ich erinnere mich, wie ich in einem fremden, trostlos wirkenden Raum wieder zu mir kam; mein Kopf und alle meine Glieder schmerzten fürchterlich und ich verspürte eine grauenvolle Übelkeit. Letztere wurde bis zu einem gewissen Grad durch sehr reichliches Erbrechen gelindert. Als ich aus dem Bett stieg, blickte ich aus dem einzigen Fenster des Raumes, sah aber nichts als die Rückseite alter Häuser, gezeichnet durch die trübseligen Male der Armut ... Ich bin überzeugt, dass es in diesem Moment nirgends auf der Welt eine elendere Kreatur gegeben haben kann als mich selbst. Ich verbrachte einige Zeit in einem Zustand, der an Verzweiflung grenzte ...“ – William Hickey (Spenser 1913)

Mit diesen Worten beschrieb der britische Schriftsteller William Hickey im Jahr 1768 anschaulich die Folgen einer üblen Sauferei – eine Erfahrung, die wir heute als "Kater" kennen.

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Ähnliche Beschreibungen dieses Phänomens finden sich in Aufzeichnungen aus dem alten Ägypten und der griechischen Antike sowie im Alten Testament.

Zweifellos erlebten auch urgeschichtliche Menschen bald nach der Entdeckung des Alkohols Kater.

Trotz seiner langen Geschichte hat der Kater in der Forschung bislang jedoch relativ wenig Aufmerksamkeit erhalten. Über die Physiologie, die dem Kater-Zustand zugrunde liegt, ist wenig bekannt.

So ist beispielsweise unklar, ob Anzeichen und Symptome eines Katers auf die direkten Auswirkungen von Alkohol auf den Körper, auf seine Nachwirkungen oder auf eine Kombination aus beidem zurückzuführen sind.

Zudem sind sich Forschende nicht sicher, inwieweit ein Kater das Denken und die mental gesteuerte Motorik einer Person beeinflusst. Die Antwort auf diese Frage ist jedoch von großer Tragweite für verschiedene Aktivitäten, von der Arbeitsleistung bis hin zum Autofahren.

Darüber hinaus ist in der Forschung nur wenig über die Vorbeugung und Behandlung von Katern bekannt. Obwohl viele "Volksheilmittel" gegen Kater existieren, wurde ihre Wirksamkeit bei der Verringerung der Intensität und Dauer eines Katers bislang kaum wissenschaftlich untersucht.

Tatsächlich bezweifeln einige Forschende, dass es wünschenswert ist, eine wirksame Behandlung für Kater zu finden, da die Erfahrung einige Menschen davon abhalten könnte, sich auf weiteren starken Alkoholkonsum einzulassen.

Obwohl die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Kater noch lückenhaft sind, hat die Forschung bereits in mancher Hinsicht Klarheit geschaffen.

Dieser Artikel beschreibt, was über den Kater-Zustand, die möglichen dazu beitragenden körperlichen Faktoren und die Behandlungsmöglichkeiten bekannt ist.

Was ist ein Kater?

Ein Kater führt - milde ausgedrückt- zu einer Kombination unangenehmer körperlicher und geistiger Symptome, die nach starkem Alkoholkonsum auftreten (siehe folgende Tabelle).

Kater-Symptome

Symptomklasse

Art

Körperliche Verfassung

Müdigkeit, Schwäche und Durst

Schmerzen

Kopf- und Muskelschmerzen

Magen und Darm

Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen

Schlafverhalten und Biorhythmus

Verminderter Schlaf, verminderter REM-Schlaf (= schnelle Augenbewegung) und vermehrter Tiefschlaf

Sensorisch (Sinne)

Schwindel und Licht- und Geräuschempfindlichkeit

Kognitiv (Wahrnehmung)

Verminderte Aufmerksamkeit und Konzentration

Stimmung

Depression, Angstzustände und Reizbarkeit

Stress

Muskelzittern, Schwitzen, erhöhter Puls und Blutdruck

Zu den körperlichen Symptomen eines Katers zählen:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • erhöhte Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • gerötete Augen
  • Muskelschmerzen
  • Durst

Mit einem Kater können Anzeichen einer gesteigerten Aktivität des sympathischen Nervensystems einhergehen, darunter ein erhöhter systolischer Blutdruck, Herzrasen, Zittern und Schwitzen.

Zu den psychischen Symptomen zählen:

  • Benommenheit
  • Schwindel

Mögliche kognitive Beeinträchtigungen und Stimmungsstörungen sind:

  • Depression
  • Angstzustände
  • Reizbarkeit

Die jeweiligen Symptome und ihre Intensität können je nach Person und Situation variieren. Der eine kommt besser damit klar, der andere weniger gut.

Darüber hinaus können die Merkmale eines Katers von der Art des konsumierten alkoholischen Getränks (Shots oder Bier) und der konsumierten Menge (Profi oder Amateur ;-)) abhängen.

Normalerweise beginnt ein Kater innerhalb einiger Stunden nach dem Ende der Sauferei, wenn die Blutalkoholkonzentration (BAK) einer Person sinkt. Die Symptome erreichen gewöhnlich zu dem Zeitpunkt ihren Höhepunkt, an dem die BAK auf null fällt, und können danach bis zu 24 Stunden andauern. Auweia!

Die Symptome eines Katers und eines leichten Alkoholentzugs überschneiden sich teilweise. Dies hat zu der These geführt, dass ein Kater eine leichte Form des Entzugs darstellt.

Ein Kater kann jedoch auch nach einmaligem Alkoholkonsum auftreten, während ein Entzug normalerweise nach mehrmaligem, wiederholtem Konsum auftritt.

Bei einem Kater und einem Alkoholentzug unterscheidet sich auch die Dauer der Beeinträchtigung (Stunden bei einem Kater, mehrere Tage bei einem Entzug); zudem treten bei einem Kater keine Halluzinationen und Krampfanfälle auf.

Leute, die einen Kater haben, fühlen sich krank und beeinträchtigt (was für eine Überraschung! ;-)).

Obwohl ein Kater die Leistungsfähigkeit verringern und so das Verletzungsrisiko steigern kann, liegen keine eindeutigen Daten darüber vor, ob ein Kater tatsächlich die Lösung komplexer mentaler Aufgaben beeinträchtigt.

Proband:innen wurden nach einer Alkoholvergiftung mit BAK-Spitzenwerten im Bereich von 50 bis 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) getestet. Nachdem ihre BAK wieder auf null gefallen war, zeigten sie zumeist keine signifikanten Beeinträchtigungen bei der Erfüllung einfacher mentaler Aufgaben, bei denen z. B. die Reaktionszeit gemessen wurde (Lemon et al. 1993).

Auch in mehreren Studien, in denen die Auswirkungen eines Katern auf eine komplexere geistige Aufgabe untersucht wurde (zum Beispiel Autofahren), konnte keine verminderte Leistungsfähigkeit festgestellt werden (Streufert et al. 1995; Törnros und Laurell 1991).

Im Gegensatz dazu ergab eine Studie mit Militärpiloten, die 8 bis 14 Stunden, nachdem sie genug Alkohol konsumiert hatten, eine Aufgabe im Flugsimulator absolvierten, erhebliche Defizite bei einigen Leistungsparametern, insbesondere bei älteren Piloten (Yesavage und Leirer 1986).

Vorbeugung von Kater

Im Allgemeinen gilt: Je größer die konsumierte Alkoholmenge und die Dauer des Alkoholkonsums sind, desto häufiger tritt ein Kater auf.

Einige Menschen berichten jedoch auch nach geringem Alkoholkonsum (d. h. nach ein bis drei alkoholischen Getränken) von einem Kater, während einige starke Trinker:innen angeben, niemals einen Kater zu erleben (das Leben ist manchmal unfair ;-)).

Eine Untersuchung von Harburg und Kollegen (1993) zur Vorbeugung von Kater ergab, dass ungefähr 75 Prozent der Proband:innen, die bis zur Vergiftung tranken, angaben, zumindest manchmal einen Kater zu haben.

In einer Studie mit 2.160 finnischen Männern stellten Forscher einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten wöchentlichen Alkoholkonsum und der Häufigkeit von Kater fest: 43,8 Prozent der Gruppe der stärksten Trinker (d. h. Probanden, die mehr als 106 Gramm [g] Alkohol pro Woche oder ungefähr 9 Getränke tranken) gaben an, monatlich oder häufiger einen Kater zu haben, verglichen mit 6,6 Prozent bei den übrigen Probanden (Kauhanen et al. 1997).

Eine Studie mit 1.041 Trinker:innen im Bundesstaat New York kam zu ähnlichen Ergebnissen: 50 Prozent der Proband:innen, die zwei oder mehr alkoholische Getränke pro Tag zu sich nahmen, gaben an, im Vorjahr Kater gehabt zu haben, während Proband:innen, die weniger Alkohol konsumierten, weniger häufig von Kater berichteten (Smith und Barnes 1983).

Anderen Untersuchungen zufolge treten Kater bei starken Trinker:innen jedoch seltener auf.

In einer Studie mit 43 alkoholkranken Trinker:innen in stationärer Behandlung gaben 50 Prozent der Proband:innen an, im vergangenen Jahr keinen Kater gehabt zu haben; 23 Prozent gaben an, nie Kater zu haben (Pristach et al. 1983).

Körperliche Faktoren, die zum Kater beitragen

Kater-Symptome wurden und werden auf verschiedene Ursachen zurückgeführt (siehe folgende Tabelle), darunter:

  • Die direkten körperlichen Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn und andere Organe.
  • Die Auswirkungen des "Fehlens von Alkohol" in diesen Organen nach einem Entzug.
  • Die körperlichen Auswirkungen von Verbindungen, die bei der Verstoffwechselung von Alkohol entstehen (d. h. von Metaboliten), insbesondere Acetaldehyd.
  • Die Auswirkungen nicht-alkoholischer Faktoren, wie die toxische Wirkung anderer biologisch aktiver Chemikalien (sogenannter Kongenere) im Getränk.
  • Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum (z. B. weiterer Drogenkonsum, eingeschränkte Nahrungsaufnahme und Änderung der normalen Schlafenszeit).
  • Bestimmte persönliche Eigenschaften (z. B. Temperament, Charakter und Alkoholismus in der Familie).

Obwohl aktuelle Erkenntnisse darauf hindeuten, dass höchstwahrscheinlich mehrere Faktoren zum Gesamtzustand bei einem Kater beitragen, werden die genannten Ursachen in den folgenden Abschnitten nacheinander behandelt.

Faktoren, die zum Kater beitragen können

Direkte Auswirkungen von Alkohol

Alkoholentzug

Alkoholstoffwechsel

Nicht-alkoholische Faktoren

  • Andere Verbindungen als Alkohol in Getränken, insbesondere Methanol
  • Konsum anderer Drogen, insbesondere Nikotin
  • Persönlichkeitstyp
  • Alkoholismus in der Familie

Direkte Auswirkungen von Alkohol

Alkohol kann auf verschiedene Arten direkt zu einem Kater beitragen, darunter die folgenden.

Dehydratation und Elektrolytstörungen

Alkohol führt zu einer vermehrten Harnbildung (d. h., er wirkt harntreibend).

Der Konsum von 50 g Alkohol in 250 Millilitern (ml) Wasser (d. h. ca. 4 Getränke) bewirkt die Ausscheidung von 600 bis 1000 ml Wasser über mehrere Stunden (Montastruc 1986).

Alkohol fördert die Harnproduktion, indem er die Ausschüttung eines Hormons (Antidiuretisches Hormon [ADH] oder Vasopressin) aus der Hypophyse (= Hirnhangdrüse) hemmt.

Ein geringerer ADH-Spiegel verhindert wiederum die Rückgewinnung von Wasser durch die Nieren, wodurch die Harnbildung gesteigert wird.

Es müssen jedoch noch weitere Mechanismen zur Steigerung der Harnproduktion beitragen, da der ADH-Spiegel ansteigt, wenn die BAK während des Katers auf null sinkt (Eisenhofer et al. 1985).

Schwitzen, Erbrechen und Durchfall treten ebenfalls häufig während eines Katers auf und können zu zusätzlichem Flüssigkeitsverlust und Elektrolytstörungen führen.

Zu den Symptomen einer leichten bis mittelschweren Dehydratation gehören Durst, Schwächegefühl, trockene Schleimhäute, Schwindel und Benommenheit. Alle diese Symptome sind häufig während eines Katers zu beobachten.

Magen-Darm-Störungen

Alkohol reizt direkt den Magen und den Darm und verursacht eine Entzündung der Magenschleimhaut (d. h. Gastritis) sowie eine verzögerte Magenentleerung.

Dies gilt insbesondere für den Konsum von Getränken mit einem hohen Alkoholgehalt (d. h. mehr als 15 Prozent) (Lieber 1995).

Ein starker Alkoholkonsum kann zudem zu einer Fettleber führen.

Bei dieser Erkrankung kommt es zur Einlagerung von Fettverbindungen, sogenannten Triglyceriden, und deren Bestandteilen (d. h. freie Fettsäuren) in den Leberzellen.

Darüber hinaus regt Alkohol die Produktion von Magensäure sowie von Pankreas- und Darmsekreten an.

Einzelne oder alle dieser Faktoren können zu Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen während eines Katers führen.

Niedriger Blutzucker

Etliche Veränderungen des Stoffwechselzustands der Leber und anderer Organe treten als Reaktion von Alkohol im Körper auf und können zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel führen (National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism 1994).

Der Abbau von Alkohol führt zur Bildung einer Fettleber (siehe oben) und zu einem höheren Gehalt des Stoffwechselzwischenprodukts Milchsäure in Körperflüssigkeiten. Beide Auswirkungen können die Glucoseproduktion hemmen.

Alkoholinduzierte Hypoglykämie (= Unterzuckerung) tritt im Allgemeinen nach einem mehrtägigen Alkoholexzess bei Alkoholiker:innen auf, die ihre Mahlzeiten ausfallen lassen.

In einer solchen Situation wird durch einen längeren Alkoholkonsum in Verbindung mit einer mangelhaften Nahrungsaufnahme nicht nur die Glucoseproduktion verringert; auch die in der Leber in Form von Glycogen gespeicherten Glucosereserven werden erschöpft, was zu einer Hypoglykämie führt.

Da Glucose als primäre Energiequelle für das Gehirn dient, kann Hypoglykämie zu Kater-Symptomen wie Müdigkeit, Schwächegefühl und Stimmungsstörungen führen.

Diabetiker:innen reagieren besonders empfindlich auf alkoholbedingte Veränderungen des Blutzuckerspiegels.

Es ist jedoch nicht dokumentiert, ob eine niedrige Blutzuckerkonzentration symptomatisch zum Kater beiträgt.

Schlafstörungen und andere Störungen des Biorhythmus

Obwohl Alkohol eine beruhigende Wirkung hat und beim Einschlafen helfen kann, resultiert die Müdigkeit, die während eines Katers auftritt, aus den negativen Auswirkungen, die Alkohol auf die Schlafqualität hat.

Alkoholinduzierter Schlaf kann aufgrund einer Rebound-Erregung (siehe Abschnitt „Auswirkungen des Alkoholentzugs“) nach dem Absinken der BAK von kürzerer Dauer und schlechterer Qualität sein; in der Folge kann es zu Schlaflosigkeit kommen (Walsh et al. 1991).

Wenn Alkohol – wie so oft – abends oder nachts zu den üblichen Schlafenszeiten konsumiert wird, verkürzt sich dadurch die Schlafdauer der jeweiligen Person.

Alkohol stört zudem das gewöhnliche Schlafmuster, indem er die Zeit im Traumzustand (REM-Schlaf) verringert und die Zeit im Tiefschlaf (im sogenannten Slow-Wave-Schlaf) verlängert.

Darüber hinaus entspannt Alkohol die Halsmuskulatur, was zu verstärktem Schnarchen und eventuell zu einer periodischen Unterbrechung der Atmung (Schlafapnoe) führt.

Alkohol verursacht auch andere Biorhythmus-Störungen

Alkohol verursacht auch andere Biorhythmus-Störungen.

Diese Effekte bleiben bis in die Kater-Phase bestehen.

Alkohol stört beispielsweise den normalen 24-Stunden-Rhythmus der Körpertemperatur und führt zu einer Körpertemperatur, die während der "Alkoholvergiftung" ungewöhnlich niedrig und während eines Katers ungewöhnlich hoch ist.

Eine Alkoholvergiftung stört auch die nächtliche Ausschüttung des Wachstumshormons, das eine wichtige Rolle für das Knochenwachstum und die Proteinsynthese spielt.

Stattdessen fördert Alkohol die Ausschüttung von Adrenocorticotropin aus der Hypophyse, was wiederum die Freisetzung von Cortisol stimuliert.

Dieses Hormon kommt im Kohlenhydratstoffwechsel und bei der Stressreaktion zum Einsatz. Alkohol stört dadurch den normalen Anstieg und Abfall des Cortisolspiegels.

Insgesamt führt diese Störung zu einem „Jetlag“, von dem angenommen wird, dass er einige der gesundheitsschädlichen Auswirkungen eines Katers erklärt (Gauvin et al. 1997).

Alkohol und Kopfschmerzen

In einer umfangreichen epidemiologischen Untersuchung zum Thema Kopfschmerzen bei 25- bis 64-Jährigen in Dänemark lag die Lebenszeitprävalenz von Kater-Kopfschmerzen bei 72 Prozent.

Diese waren somit die häufigste Art von Kopfschmerzen (Rasmussen und Olesen 1992).

Übermäßiger Alkohlkonsum führt zu einer Gefäßerweiterung, die Kopfschmerzen verursachen kann.

Alkohol wirkt sich auf verschiedene Neurotransmitter und Hormone aus, die an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligt sind, darunter Histamin, Serotonin und Prostaglandine (Parantainen 1983).

Die Ätiologie (= genauen Ursachen) von Kater-Kopfschmerzen ist jedoch unbekannt.

Auswirkungen des Alkoholentzugs

Das Alkoholentzugssyndrom (AES) nach Beendigung von übermäßigem Alkoholkonsum resultiert aus Veränderungen im zentralen Nervensystem, die als Reaktion auf chronisch zugeführte Substanzen mit depressiver Wirkung (in diesem Fall Alkohol oder genauer Ethanol) auftreten.

Zu diesen Veränderungen zählen Modifizierungen bei zwei Arten von Rezeptoren, die in die Membran der Nervenzellen eingebettet sind.

Ein Rezeptortyp bindet einen wichtigen chemischen Botenstoff (d. h. einen Neurotransmitter) namens Gamma-Aminobuttersäure (GABA); der andere Typ bindet Glutamat, einen anderen Neurotransmitter.

Sowohl GABA als auch Glutamat sind entscheidend für die Regulierung der Nervenzellaktivität: GABA ist der wichtigste Neurotransmitter zur Hemmung der Nervenzellaktivität, während Glutamat der wichtigste Neurotransmitter zur Erregung der Nervenzellen ist.

Hat der Körper sehr oft Alkohol intus, dann senkt er die Anzahl oder Empfindlichkeit von GABA-Rezeptoren und erhöht die Anzahl oder Empfindlichkeit von Glutamatrezeptoren, um die Wirkung des Alkohols auszugleichen.

Wenn sich jedoch kein Alkohol mehr im Körper befindet, bleiben das zentrale Nervensystem und der Teil des Nervensystems, der die Stressreaktion steuert (d. h. das sympathische Nervensystem), in einem unausgeglichenen „Overdrive“-Zustand (Tsai et al. 1995).

Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass ein Kater eine leichte Form des AES bei nicht alkoholabhängigen Trinker:innen darstellt.

Erstens gibt es erhebliche Überschneidungen bei den Anzeichen und Symptomen von Kater einerseits und leichtem Alkoholentzug andererseits.

Die überarbeitete CIWA-Ar-Skala (Clinical Institute Withdrawal Assessment for Alcohol), ein Hilfsmittel, das häufig zur Beurteilung des Schweregrads einer Entzugsperiode bei alkoholabhängigen Patient:innen verwendet wird, erfasst 10 entzugsbedingte Elemente:

  1. Übelkeit und Erbrechen
  2. Tremor (Muskelzittern)
  3. Schwitzen
  4. Angst
  5. Agitation (Aufgebracht, Aggressiv)
  6. Kopfschmerzen
  7. Taktile Störungen (Wahrnehmungsstörungen)
  8. Akustische Störungen (schlechtes Hören)
  9. Visuelle Störungen (z. B. Halluzinationen)
  10. Orientierung (z. B. Kenntnis von Datum und Ort)

(Sullivan et al. 1989).

Einige dieser Erscheinungen sind normalerweise auch während eines Katers vorhanden, darunter Übelkeit und Erbrechen, Tremor, Schwitzen, Angst, Kopfschmerzen und taktile Störungen.

Zweitens legen Begleiter und Kollegen (1974) Nachweise dafür vor, dass der Kater-Zustand trotz der wahrgenommenen Sedierung und des Unwohlseins tatsächlich ein Erregungszustand des zentralen Nervensystems ist.

Diese Ansicht wird durch die Untersuchungen von Pinel und Mucha (1980) gestützt, die zeigen, dass einzelne Dosen Alkohol bei Tieren die Anfallsschwellen einige Stunden später senken.

Ihre Ergebnisse weisen auf eine Rebound-Erregung hin, ein Phänomen, das nach kurzfristiger Verabreichung einiger Beruhigungsmittel auftritt, die den Körper schnell verlassen können, darunter Alkohol und bestimmte Benzodiazepine.

Drittens lässt sich beobachten, dass die erneute Verabreichung von Alkohol die Unannehmlichkeiten sowohl des AES als auch des Katers lindert; dies legt nahe, dass beiden Erfahrungen ein bestimmter Prozess gemein ist.

Auswirkungen von Alkoholmetaboliten

Alkohol durchläuft in seinem Stoffwechsel einen zweistufigen Prozess.

  1. Zunächst metabolisiert ein Enzym (Alkoholdehydrogenase) Alkohol zu einem Zwischenprodukt, Acetaldehyd
  2. Anschließend metabolisiert ein weiteres Enzym (Aldehyddehydrogenase [ALDH]) Acetaldehyd zu Acetat.

Acetaldehyd ist eine chemisch reaktive Substanz, die mit Proteinen und anderen biologisch wichtigen Verbindungen reagiert.

In höheren Konzentrationen hat es toxische Auswirkungen wie einen schnellen Puls, Schwitzen, Hautrötung, Übelkeit und Erbrechen.

Bei den meisten Menschen verstoffwechselt ALDH Acetaldehyd schnell und effizient, sodass dieser Zwischenmetabolit nicht in hohen Konzentrationen vorliegt, obwohl bei einer Alkoholvergiftung geringe Mengen im Blut vorhanden sind.

Bei einigen Menschen ermöglichen jedoch genetische Varianten des ALDH-Enzyms die Anhäufung von Acetaldehyd. Wenn diese Menschen geringe Mengen Alkohol konsumieren, treten regelmäßig Erröten, Schwitzen und Krankheitsgefühl auf.

Aufgrund der Ähnlichkeit zwischen der Reaktion auf Acetaldehyd und einem Kater haben manche Forscher angeregt, dass Acetaldehyd Kater verursacht.

Auswirkungen anderer Faktoren als Alkohol

Neben dem Alkohol können auch andere Faktoren zu einem Kater beitragen.

Menschen konsumieren alkoholische Getränke unter anderem wegen ihres Ethanolgehalts (= Alkoholgehalts).

Die meisten alkoholischen Getränke enthalten jedoch geringere Mengen anderer biologisch aktiver Verbindungen, einschließlich anderer Alkohole. Diese als Kongenere bekannten Verbindungen tragen zum Geschmack, Geruch und Erscheinungsbild alkoholischer Getränke bei.

Kongenere können zusammen mit Ethanol während der Gärung gebildet, während der Reifung oder Verarbeitung durch den Abbau organischer Bestandteile des Getränks erzeugt oder dem Getränk während des Herstellungsprozesses zugesetzt werden.

Forscher sind der Ansicht, dass Kongenere zu der berauschenden Wirkung eines Getränks und zu einem anschließenden Kater beitragen können.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Getränke mit einem höheren Gehalt an reinem Ethanol, z. B. Gin oder Wodka, geringere Kater-Symptome hervorrufen als Getränke mit mehr Kongeneren, z. B. Whiskey, Brandy oder Rotwein (Chapman 1970; Pawan 1973).

Ein Kater kann jedoch auch dann auftreten, wenn reiner Ethanol konsumiert wird.

Ein bestimmter Kongener im Zusammenhang mit Kater-Symptomen ist Methanol, eine Alkoholverbindung, die neben Ethanol in alkoholischen Getränken enthalten ist.

Die chemische Struktur der beiden Verbindungen unterscheidet sich geringfügig: Methanol enthält ein Kohlenstoffatom und zwei Wasserstoffatome weniger als Ethanol.

Dieselben Enzyme, die Ethanol metabolisieren – Alkoholdehydrogenase und Aldehyddehydrogenase –, metabolisieren auch Methanol. Die Produkte des Methanolstoffwechsels (Formaldehyd und Methansäure) sind jedoch äußerst toxisch und können in hohen Konzentrationen zu Erblindung und Tod führen.

Mehrere Quellen weisen darauf hin, dass Methanol am Kater-Phänomen beteiligt ist.

Destillierte Spirituosen, die besonders häufig mit dem Auftreten eines Katers in Verbindung gebracht werden, z. B. Brandys und Whiskeys, weisen beispielsweise die höchsten Methanolkonzentrationen auf.

Darüber hinaus stellte Jones (1987) in einer experimentellen Studie mit vier Proband:innen, die Rotwein mit 100 Milligramm Methanol pro Liter (mg/l) konsumierten, fest, dass ein erhöhter Methanolspiegel im Blut mehrere Stunden nach der Metabolisierung (Abbau) von Ethanol bestehen blieb, was dem zeitlichen Verlauf von Kater-Symptomen entspricht.

Methanol ist nach dem Absinken des Ethanolspiegels noch vorhanden, da Ethanol den Methanolstoffwechsel hemmt.

Die Tatsache, dass eine erneute Gabe von Ethanol (besser bekannt als "Reparaturhalbe" oder "Hair of the Dog") die Auswirkungen eines Katers lindert, kann als weiterer Beleg für die Beteiligung von Methanol am Kater-Zustand ausgelegt werden, da Ethanol den Methanolstoffwechsel blockieren und dadurch die Produktion von Formaldehyd und Methansäure verlangsamen kann.

Bestimmte Menschen leiden kurz nach dem Konsum von Rotwein an Kopfschmerzen, aber nicht nach dem Konsum von Weißwein oder Wodka.

Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass Rotwein – nicht jedoch Weißwein oder Wodka – den Serotonin- und Histaminspiegel im Plasma erhöhen kann.

Es ist nicht bekannt, welche konkreten Wirkstoffe im Wein für den Anstieg dieser Werte verantwortlich sind.

Bei entsprechend anfälligen Personen können erhöhte Serotonin- und Histaminwerte im Plasma jedoch Kopfschmerzen auslösen (Pattichis et al. 1995; Jarisch und Wantke 1996).

Konsum anderer Drogen

Mit starkem Alkoholkonsum geht häufig der Konsum anderer Drogen einher.

Die meisten starken Trinker:innen rauchen Zigaretten; einige konsumieren auch Marihuana, Kokain oder andere Drogen.

Obwohl bestimmte Drogen selbst Kater-Symptome hervorrufen, sind die Auswirkungen der verschiedenen möglichen Kombinationen von Alkohol und anderen Drogen auf den alkoholbedingten Kater bislang unbekannt.

Persönliche Einflüsse

Es gibt Hinweise darauf, dass stärkere Kater-Symptome besonders häufig bei Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen auftreten, z. B. Neurotizismus, Wut und Abwehrneigung.

Negative Lebensereignisse und Schuldgefühle im Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum stehen mit einem vermehrten Auftreten von Kater in Verbindung (Harburg et al. 1993).

Darüber hinaus berichtet Earleywine (1993a,b) über stärkere Kater-Symptome bei Menschen mit einem höheren persönlichen Risiko für die Entwicklung von Alkoholismus (gemessen anhand der MacAndrew Scale [MacAndrew 1965]).

Diese Studien deuten darauf hin, dass Menschen mit einem erhöhten persönlichen Risiko für Alkoholismus akutere Entzugs- und Kater-Symptome verspüren und möglicherweise weiter Alkohol konsumieren, um diese zu lindern.

Untersuchungen haben gezeigt, dass eine familiäre Vorgeschichte von Alkoholismus mit einer verminderten Empfindlichkeit gegenüber der berauschenden Wirkung von Alkohol und einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Alkoholismus verbunden ist (Schuckit und Smith 1996).

Newlin und Pretorius (1990) regten an, dass eine positive Familienanamnese in Bezug auf Alkoholismus im Zusammenhang mit einer Tendenz zu stärkeren Kater-Symptomen stehen könnte.

Im Rahmen ihrer Forschung ließen sie Probanden ihre Kater-Symptome selbst einschätzen und verglichen die Kater-Symptome von Männern im College-Alter (17 bis 18 Jahren), die alkoholkranke Väter hatten, mit den Symptomen von Söhnen nicht alkoholkranker Väter.

Es zeigte sich, dass die Probanden mit einer entsprechenden positiven Familienanamnese im vergangenen Jahr stärkere Kater-Symptome erlebt hatten.

Beide Gruppen hatten vergleichbare Mengen Alkohol konsumiert, obwohl die Proband:innen mit einer positiven Familienanamnese angaben, deutlich mehr Mixgetränke zu konsumieren als die Gruppe mit einer negativen Familienanamnese.

Behandlungsmöglichkeiten eines Katers

Viele Behandlungswege sollen einen Kater verhindern, seine Dauer verkürzen und die Schwere seiner Symptome verringern können, darunter unzählige Volksheilmittel und Empfehlungen.

Nur wenige Behandlungsmethoden wurden jedoch eingehend untersucht.

Der beste Behandlungsverlauf ergibt sich aus einem konservativen Ansatz. Zeit spielt dabei die wichtigste Rolle, da die Kater-Symptome normalerweise nach 8 bis 24 Stunden nachlassen.

Beim Alkoholkonsum auf die Menge und Qualität des konsumierten Alkohols zu achten, kann erheblich dazu beitragen, einen Kater zu verhindern.

Kater-Symptome sind weniger wahrscheinlich, wenn eine Person nur geringe, nicht berauschende Mengen trinkt.

Selbst unter Menschen, die bis zur Vergiftung trinken, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Kater zu erleiden, bei denjenigen, die weniger Alkohol konsumieren, geringer als bei denjenigen, die größere Mengen trinken.

Kater wurde nicht mit dem Konsum von Getränken mit einem geringen Alkoholgehalt oder von alkoholfreien Getränken in Verbindung gebracht.

Auch die Art des konsumierten Alkohols kann einen signifikanten Einfluss auf die Schwere des Katers haben (Chapman 1970; Pawan 1973).

Nach dem Konsum alkoholischer Getränke, die nur wenige Kongenere enthalten (z. B. Wodka und Gin), tritt seltener Kater auf als nach dem Konsum von Getränken, die eine Reihe von Kongeneren enthalten (z. B. Brandy, Whiskey und Rotwein).

Andere Maßnahmen können die Intensität eines Katers verringern, wurden jedoch nicht systematisch untersucht.

So wurde beispielsweise berichtet, dass der Verzehr von Obst, Fruchtsäften oder anderen fructosehaltigen Lebensmitteln die Kater-Intensität verringern kann (Seppala et al. 1976).

Auch milde Lebensmittel, die Kohlenhydrate enthalten, z. B. Toast oder Cracker, können bei Menschen mit Unterzuckerung dem niedrigen Blutzuckerspiegel entgegenwirken und möglicherweise Übelkeit lindern.

Darüber hinaus kann ausreichend viel Schlaf die Müdigkeit lindern, und der Konsum alkoholfreier Getränke während und nach dem Alkoholkonsum kann der alkoholbedingten "Austrocknung" entgegenwirken.

Bestimmte Medikamente können Kater-Symptome lindern.

Antazida können beispielsweise gegen Übelkeit und Gastritis helfen.

Aspirin und andere nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen*) können die Kopf- und Muskelschmerzen bei einem Kater lindern, sollten jedoch mit Vorsicht angewendet werden, insbesondere bei Schmerzen im Oberbauch oder bei Übelkeit.

Entzündungshemmende Medikamente reizen ihrerseits ebenfalls den Magen und verstärken die alkoholbedingte Gastritis.

Obwohl Paracetamol* häufig als Alternative zu Aspirin eingesetzt wird, sollte es während der Kater-Phase nicht angewendet werden, da der Alkoholstoffwechsel die Lebertoxizität von Paracetamol erhöht (Girre et al. 1993).

Propranolol, der zur Behandlung von Bluthochdruck und Migränekopfschmerzen eingesetzt wird, verringert die sympathische Hyperaktivität beim Alkoholentzug.

In einer kleinen Studie wurde jedoch nicht festgestellt, dass Propranolol bei der Linderung von Kater-Symptomen wie Kopfschmerzen wirksam ist (Bogin et al. 1987).

Ondansetron und Tropisetron sind Antiemetika (d. h., sie wirken gegen Übelkeit und Erbrechen) und hemmen bestimmte Auswirkungen des Alkohols.

Eine kleine klinische Studie zeigte jedoch keine Wirksamkeit bei der Linderung eines Katers (Muhonen et al. 1997).

Koffein (oft in Form von Kaffee eingenommen) wird häufig eingesetzt, um der Müdigkeit und dem Unwohlsein in Verbindung mit einem Kater entgegenzuwirken. Obwohl diese traditionelle Vorgehensweise nicht wissenschaftlich fundiert ist, schrieb William Hickey, der zu Beginn dieses Artikels zitiert wurde, dass „sehr starker Kaffee eine unendlichen Wohltat war“.

Die erneute Verabreichung von Alkohol – weithin bekannt als „Konterbier“ – soll ebenfalls gegen einen Kater helfen; Menschen, die an einem Kater leiden, sollten weiteren Alkoholkonsum jedoch vermeiden.

Zusätzliches Trinken steigert lediglich die vorhandene Toxizität des Alkohols, der zuvor konsumiert wurde, und kann die Wahrscheinlichkeit weiteren Alkoholkonsums steigern.

Mögliche künftige Forschungsbereiche

Mehrere Themen im Zusammenhang mit dem Kater verdienen die Aufmerksamkeit der Forschung.

Die Auswirkungen von Kongeneren – insbesondere Methanol – auf das Auftreten eines Katers müssen beispielsweise genauer untersucht werden.

Solche Untersuchungen könnten dazu beitragen, festzustellen, ob die hauptsächlichen Anzeichen und Symptome von Katern durch Ethanol oder durch Kongenere hervorgerufen werden.

Eine Antwort auf diese wichtige Frage würde unser Verständnis von der Pathophysiologie des Katers verbessern.

Eine besonders interessante Feststellung ist, dass die Intensität des Katers bei Menschen erhöht ist, die über Eigenschaften im Zusammenhang mit einem erhöhten Alkoholismus-Risiko verfügen (z. B. bestimmte Charaktereigenschaften oder eine positive Familienanamnese in Bezug auf Alkoholismus).

Obwohl die logische Schlussfolgerung wäre, dass schwerere oder häufigere Kater von weiterem Alkoholkonsum abhalten sollten, anstatt diesen zu fördern, stehen Symptome eines leichten AES im Zusammenhang mit einem stärkeren Verlangen nach Alkohol (Littleton und Little 1994).

Zukünftige Studien könnten untersuchen, ob eine biologische Veranlagung für besonders schweren Alkoholentzug möglich ist und ob eine solche Tendenz wiederum anfällig für einen erhöhten Alkoholkonsum macht.

Es wurden bereits Tiermodelle für Kater entwickelt, die Aufschluss über die körperlichen Veränderungen und Verhaltensänderungen geben könnten, die in der Zeit unmittelbar nach dem Alkoholkonsum auftreten (Gauvin et al. 1993, 1997).

Diese Tiermodelle könnten verwendet werden, um die Auswirkungen eines frühen Entzugs und von Kongeneren zu untersuchen und um festzustellen, ob Kater einen weiteren Alkoholkonsum fördern oder eher davon abhalten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kater ein komplexer Zustand ist, der sich wohl nur mit einem entsprechend vielschichtigen Ansatz umfassend ergründen lässt.

Ein besseres Verständnis des Kater-Zustands wird jedoch auch zu einem besseren Verständnis von den körperlichen Auswirkungen von Alkohol und den Anpassungsreaktionen führen, die Alkohol hervorruft.

HINWEIS: Dieser Beitrag ist die Übersetzung eines Berichtes von Robert Swift und Dena Davidson zum Thema Alkohol Kater. Das Original in englischer Sprache ist hier online.

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